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Justitia

      Justitia (Gerechtigkeit) war im antiken Griechenland eine der vier Kardinaltugenden. Die anderen drei waren Temperantia (Mäßigkeit), Fortitudo (Stärke), und Prudentia (Klugheit). Diese vier Tugenden entstammten den Lehren des griechischen Philosophen Plato.

      Im römischen Reich stand Justitia als Frauenfigur für die Erhaltung und Bewahrung des Rechts. Im germanischen Rechtsdenken gab es kein personifiziertes Symbol der Gerechtigkeit. Hier fand das Schwert in vielfältigen Rechtsangelegenheiten symbolische Verwendung.

      Seit dem späten Mittelalter trägt das Gerechtigkeitssymbol Justitia in der linken Hand eine Waage, in der rechten ein Schwert. Sie erwägt (symbolisiert durch die Waage) das Recht ohne Ansehen der Person und den Blick auf Äußerlichkeiten (symbolisiert durch die Augenbinde). Einzig Tatsachen, Logik, Herz und Verstand, nicht äußerer Schein sollen Maßgabe sein für die Erkenntnis, auf welcher Seite das Recht überwiegt. Justitias Schwert verdeutlicht die Macht der Gerichtsbarkeit.

      Jurist sein heißt darum heute auch: Für das Recht eintreten, wo es unterdrückt oder gefährdet ist; neue Rechtsgrundlagen entwickeln, wo bestehende versagen.

      Im Inneren abwägen, nach außen wagen. Das sind die Anforderungen an die Juristen von heute.

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